Verlagsgruppe Oetinger

Autoren Ausgefragt: Juma Kliebenstein

1. Mit welcher Ihrer Figuren haben Sie am meisten gemeinsam?

Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich mich in vielen meiner Figuren wieder. Genau wie Luna will ich oft mit dem Kopf durch die Wand, mit Stella teile ich die Vorliebe für Katzen, ich spiele genauso gern Gitarre wie Benedikt und bin auch so ein Wirbelwind wie Kringel. Manche Figuren sind aber auch ganz anders als ich und haben Eigenschaften, die ich bei anderen Menschen bewundere. So ist zum Beispiel mein Mann Marc, genau wie Julius, auch im größten Trubel nicht aus der Ruhe zu bringen. Das finde ich toll.

2. Wie gut kennen Sie Ihre Figuren? Wissen Sie zum Beispiel, wann sie Geburtstag haben oder was sie am liebsten essen?

Ich kenne meine Figuren ungefähr so gut, wie ich meine Freunde kenne. Das bedeutet, dass ich sehr gut weiß, was sie gerne essen, denn ich koche gerne gemeinsam mit meinen Freunden. Luna zum Beispiel mag ja gerne Spaghettieis, zuerst die Erdbeersoße runter und dann das Vanilleeis mit der gefrorenen Sahne … Hmmmm … Wann meine Figuren Geburtstag haben, weiß ich dagegen meistens nicht so genau. Das ist auch wie bei meinen Freunden. Denen gratuliere ich immer zu früh oder zu spät, trotz Kalender, weil in meinem Kopf immer so viele Ideen für neue Geschichten stecken, dass für Geburtsdaten kein Platz mehr ist. Das finden meine Freunde aber nicht schlimm. Weil ich ihnen dafür eine Geschichte schenken kann.

3. Erinnern Sie sich noch an das erste Buch, das Sie gelesen haben?

Ich habe als Kind ein paar Wochen im Krankenhaus verbringen müssen, als ich vier oder fünf Jahre alt war, und mir da selbst das Lesen beigebracht. Ich fand es nämlich immer blöd, dass die Krankenschwestern nur wenig Zeit zum Vorlesen hatten, und mir war oft langweilig. Und die Bücher, mit denen ich das gelernt habe, waren meine ersten: Mausi-Maus Bücher. Das waren kleine Bilderbücher mit Geschichten über alles, was im Leben dieser Mäuse so passierte. Als ich später besser lesen konnte, habe ich alles gelesen, was mir in die Finger kam. Besonders gern mochte ich die Geschichten von Astrid Lindgren, vor allem Madita und den Michel, weil ich auch immer so viel Unfug gemacht habe! Ich hätte gerne zusammen mit Michel Holzmännchen geschnitzt, für jeden Unfug eines. Da hätte ich heute so viele, ich glaube, wir müssten dafür ein extra Zimmer anbauen!

4. Waren Sie gut in Deutsch?

Wenn es Noten gab für Geschichten, die man sich selbst ausdenken durfte, dann war ich in Deutsch immer besonders gut. Das musste ich auch sein, weil ich nämlich in Mathe ganz schlecht war und zweimal fast deswegen sitzen geblieben wäre. Da war eine gute Note in Deutsch prima zum Ausgleich. Gar nicht gerne mochte ich, über Bücher, die andere geschrieben hatten, Klassenarbeiten zu schreiben. Viel lieber hätte ich mir immer nur Erzählungen ausgedacht. Aber das durften wir leider viel zu selten. Als ich Lehrerin war, habe ich versucht, das anders zu machen. Meine Schüler durften oft selbst erdachte Geschichten schreiben!

5. Was würde Luna machen, wenn sie Bundeskanzlerin wäre?

Ich glaube, Luna würde nicht Bundeskanzlerin sein wollen, weil man da viel zu viel reden muss und viel zu wenig handelt. Luna wäre vielleicht gerne Ärztin und würde Kindern in anderen Ländern helfen, wo es nicht so viele Ärzte gibt wie bei uns. Oder sie würde Malerin werden und die vielen grauen, trostlosen Häuser in den Städten kunterbunt anmalen, damit alle Menschen gut gelaunt sind, wenn sie sie sehen.

6. Würden Sie gerne einen Tag mit Luna verbringen? Was würden Sie zusammen unternehmen?

Ich würde sehr gerne einen Tag mit Luna verbringen! In Frankreich, das ist gleich bei uns um die Ecke, gibt es schöne, große Badeseen, da kann man sogar mit einem Boot auf dem Fluss hinfahren. Das würde ich mit Luna machen, und Snatch würden wir mitnehmen. Dann würden wir den ganzen Tag schwimmen, in der Wiese liegen, auf Grashalmen pfeifen und über das Leben reden. Luna würde mir erzählen, was gerade bei ihr passiert, damit ich es für Euch aufschreiben kann. Abends würden wir wieder mit dem Boot nach Hause fahren und auf Deck Würstchen grillen und Gitarre spielen und den Sternenhimmel anschauen. Wenn wir anlegten, wäre Luna ganz müde und ich würde sie Huckepack nach Hause tragen, Snatch würde gemächlich neben uns her tapsen, und die warme Abendsommerluft würde uns um die Nase wehen, während die Sterne am Himmel unternehmungslustig funkeln. Das wäre toll!

Weitere Informationen zu Juma Kliebenstein

Juma Kliebenstein: Tausche Schwester gegen Zimmer